

So auch bei seinen „Bibliotheksbildern“. „Ich mag Bibliotheken“, sagt Thomas Hartmann, der selbst viele Bücher hat und gern Antiquariate besucht. „Bibliotheken müssen wachsen und so ist auch meine Malweise.“ Der Künstler nimmt sich Zeit für seine Bilder, um ihnen in kleinteiliger Arbeit die nötige Substanz zu verleihen.
Was auf diese Weise in seinem Atelier entstand, ist nun in einer umfassenden Werkausstellung des 1950 in Zetel bei Wilhelmshafen geborenen Malers in der Kunsthalle zu sehen. Vor allem Arbeiten der letzten fünf Jahre, aber auch frühere Werke werden hier gezeigt. Zu den ältesten gehört das Gemälde „Paris“ von 1986, einer Zeit, in der sich Thomas Hartmann intensiv mit Stadtansichten beschäftigte.

Trotz „Unruhe“ hat der Maler „immer so etwas, wie eine höhere Ordnung, was das alles zusammenhält.“ Was zunächst wie ein Widerspruch erscheint, wird bei der Betrachtung seiner Gemälde deutlich.
Diese können sich während des Malprozesses völlig verändern. So enthält beispielsweise der Katalog zur Ausstellung ein Bild namens „Reine Formsache“, auf der eine Frau inmitten von riesigen Tellerstapeln steht, die sie wohl gerade abgewaschen hat. „Ich fand die Struktur interessant. Aber aus dem Bild wurde nichts und dann habe ich es verändert“, erklärt Thomas Hartmann, für den es immer wie ein Neuanfang ist, wenn er vor die Leinwand tritt.

Noch bis zum 8. Mai habt ihr die Gelegenheit, die Schau, die ein Gemeinschaftsprojekt der Weserburg/Museum für moderne Kunst Bremen und der Kunsthallen in Erfurt und Rostock ist, zu besuchen. Der Eintritt kostet 4 bzw. 6 Euro.