Umweltpreis der Hansestadt geht 2012 an zwei Einrichtungen
NABU-Umweltbibliothek und die Sendung „Umweltkonzentrat“ von Radio LOHRO wurden mit dem Umweltpreis „Joe Duty“ ausgezeichnet
5. Juni 2012, von Andre
Umwelt geht uns alle an. Vor allem in einem Bundesland, das primär vom Tourismus lebt, ist es wichtig, die natürlichen Ressourcen zu erhalten. Kein Wunder also, dass Rostock eine Vorreiterrolle auf diesem Gebiet einnehmen will. Neben großen Projekten wie dem „Masterplan 100%“ oder der Bewerbung als Fairtrade-Stadt sind es vor allem ehrenamtliche Helfer, die mit ihrem Einsatz Aktionen wie die Strandreinigung in Hohe Düne erst zu einem Erfolg machen. Um diese Individualleistungen zu honorieren, verleiht die Hansestadt Rostock seit 1993 den Umweltpreis „Joe Duty“.
Benannt ist die Auszeichnung nach dem ehemaligen Kreisnaturschutzbeauftragten Joe Duty, der bis zu seinem Tod 1990 nicht nur verdienstvoll für den Umweltschutz arbeitete, sondern auch stark auf dem Gebiet der Umweltbildung aktiv war. Zu den bisherigen Trägern des mit 3500 Euro dotierten Preises gehören unter andrem das Ökohaus Rostock e.V., die DRK Kindertagesstätte Reutershagen und verschiedene Einzelpersonen.

Sechs Projekte durften sich heute am Weltumwelttag im Festsaal des Rathauses Hoffnung auf den Preis machen. Nicht gereicht hat es für den Weltladen Rostock, die Initiative „Evershagen Dorf“, die Igelstation von Heidi French und ein Schülerprojekt vom Erasmusgymnasium. Doch der Senator für Bau und Umwelt, Holger Matthäus, machte den Teilnehmern bei der Preisverleihung Hoffnung: „Es waren einige schöne Knospen dabei, die vielleicht in zwei Jahren, beim nächsten Umweltpreis schon eine prächtige, auszeichnungswürdige Blume sind.“
Auch der erste Preisträger, die NABU-Umweltbibliothek, hatte sich bereits vor zwei Jahren um den Preis beworben. Über 4000 Medien stehen in der Einrichtung in der Hermannstraße zum Ausleihen bereit, neben Büchern auch CDs und Spiele. Doch die von Tanja Flehinghaus-Roux geleitete Bibliothek bietet auch Beratungen und Bildungsaktionen an. Im Schuljahr 2010/2011 wurden so 130 Projekttage in Schulen durchgeführt.

„Wir merken schon, dass wir bekannter werden“, erzählt Tanja Flehinghaus-Roux, die das Projekt seit vier Jahren begleitet. Zwar gibt es auch Förderungen, doch der Großteil der Arbeit passiert ehrenamtlich. Wofür die 1750 Euro eingesetzt werden, steht noch nicht konkret fest, wahrscheinlich aber für weitere Projekte und die Vergrößerung des Bestandes.
Seit dem Klimagipfel 2009 in Kopenhagen wird im Rostocker Lokalradio LOHRO regelmäßig über Umweltangelegenheiten berichtet. Unter dem Titel „Umweltkonzentrat“ werden zweimal im Monat globale und lokale Themen besprochen, Aktionen veranstaltet und Gesprächspartner ins Studio geholt. In den letzten Sendungen ging es vor allem um die Themen alternative Energien und Recycling, wozu auch Vertreter aus lokalen Unternehmen Rede und Antwort standen.

„Wir wollen vor allem einen Anstoß zum Handeln geben“, fasst Toralf Quandt die Arbeit der Redaktion zusammen. Auch Rostock-Heute hat einen winzigen Anteil am Gewinn, denn Toralf Quandt ist erst durch unseren Artikel zum letzten Preisträger IN NATURA auf den Umweltpreis aufmerksam geworden.
Wer auch etwas tun will, hat zwei Jahre Zeit, um sich ein Projekt für den nächsten Umweltpreis zu überlegen. Inspiration kann man in der NABU-Umweltbibliothek oder bei der nächsten Sendung des Umweltkonzentrats am 13. Juni auf LOHRO bekommen.