Warnemünde, Pier 7, 14:06 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit – der Durchbruch ist geschafft. Seit gestern arbeiten die beiden bulgarischen Künstler Irina Taflewskaja und Ruslan Korovkov hier an einem Weltrekordversuch - dem Bau einer Brücke nur aus Sand und Wasser.
Bereits zum zweiten Mal wird in diesem Jahr an Karls Pier 7 die Warnemünder Sandwelt veranstaltet. Unter dem Motto „Meeresgeschichten“ erschaffen neun Künstlern aus sieben europäischen Ländern Skulpturen aus Sand – bis zu sechs Meter breit und dreieinhalb Meter hoch.

Ein Rohling aus verdichtetem Sand diente als Basis. Spezieller Sand, mit einer körnigen Struktur –erdfeucht, ein Fünftel Wasser, vier Fünftel Sand, aber kein Lehm oder gar Zement, betont Schiffer-Belz. Mit Schaufel und Spachtel arbeiteten die beiden Künstler aus diesem die äußere Form der Brücke heraus: den Bogen, das Geländer und die Treppenstufen. Doch bis heute fehlte noch ein wichtiges Detail der Bogenbrücke – der Durchbruch.

Beeindruckende 10 Tonnen Sand kamen bei dem Brückenbau zum Einsatz. 4,5 Meter lang und zwei Meter hoch ist das Bauwerk geworden – der Durchbruch misst gut einen Meter.
Doch wieso Weltrekord, ist diese Brücke wirklich so rekordverdächtig? Nach seinen Informationen gibt es nirgendwo auf der Welt eine Brücke dieser Größe, die nur aus Sand und Wasser gebaut wurde, erklärt Schiffer-Belz.

Und wann geht der erste Mensch über diese Brücke? „Heute noch nicht“, vertröstet Schiffer-Belz die zahlreichen Schaulustigen. Der Sand muss erst noch weiter trocknen und durchhärten. „Deshalb wollen wir jetzt nicht gleich übertreiben.“

„Wir lassen erstmal den Tieren den Vortritt“, erzählt Schiffer-Belz augenzwinkernd. „Gestern war schon eine Krabbe unterwegs und heute haben wir einen Marienkäfer rübergehen lassen – den haben wir extra trainiert.“

Vorher steht aber noch der endgültige Belastungstest für die Brücke an. Am Montag könnte es so weit sein, gibt sich Schiffer-Belz verhalten optimistisch. Dann wird sich zeigen, ob eine Brücke aus Sand und Wasser tatsächlich einen Menschen tragen kann.
Aktualisierung, 19. Mai 2011:
Bestand der Durchbruch anfangs nur aus einem kleinen Loch, hat sich seit letzter Woche viel getan. „Behutsam mussten wir vorgehen, Zentimeter für Zentimeter“, beschreibt Korovkov die Arbeit der vergangenen Tage.

Wer weiß, vielleicht entwickelt sich aus dieser schönen Idee im nächsten Jahr tatsächlich ein Wettbewerb um die Brücke mit der höchsten Tragkraft oder der größten Spannweite. Bis es soweit ist, schaut einfach mal vorbei, bei der 2. Warnemünder Sandwelt an Pier 7.