Von der Urzelle bis zur Stammzelle – ab Ende August sollen sich die Besucher des Rostocker Zoos auf eine Zeitreise durch die menschliche Entstehungsgeschichte nach der Theorie von Charles Darwin begeben können. Denn dann soll das Darwineum eröffnet werden. „Es ist das größte Ereignis überhaupt, was der Zoologische Garten Rostock erlebt und gebaut hat“, sagt Zoodirektor Udo Nagel.
Vor gut elf Jahren entstand erstmals die Idee für ein neues Menschenaffenhaus. Im letzten Frühjahr begannen die Bauarbeiten im Barnstorfer Wald. Im Moment laufen die Arbeiten im Inneren des 9 ha großen Gebäudes auf Hochtouren. Sand wird verschoben, Balkone für die Bepflanzung vorbereitet. „Von dem Beton ist nachher nichts mehr zu sehen“, erklärt Zooplanerin Kirsten Jacobi.

In dieser Kulisse sollen in ein paar Monaten die Rostocker Menschenaffen leben. Gorillamännchen Assumbo wird wieder Gesellschaft erhalten. Im Nachbargehege ziehen die Orang-Utans ein. Schnabeligel, Axolotl, Flughunde - etwa 40 Tierarten wird der Rostocker Zoo im Darwineum präsentieren.

Die Eröffnung des Darwineums ist sicherlich der größte, aber nicht der einzige Glanzpunkt im Zoojahr 2012. Passend zum Thema können sich Ferienkinder im Sommer „Auf Darwins Spuren“ begeben. Klassiknacht, Zuckertütenfest und Taschenlampenkonzert sind weitere von 20 Veranstaltungen, mit denen der Zoo Besucher anlocken möchte.
Eisbärennachwuchs wird es hingegen wohl erst mal nicht geben, ließ der Zoodirektor heute durchblicken. Noch bis Ende Januar soll Eisbärin Vienna auf der Mutter-Kind-Anlage bleiben, bevor sie wieder mit Eisbärmännchen Blizzard flirten darf.
Dennoch ist der Zoo auf rund 80 Jungtiere, die im letzen Jahr geboren wurden, stolz. Einige, wie die Seebären Eddy und Anele, die Seehunde Botsmann und Kleiner Onkel oder die zukünftigen Darwineumbewohner, die Kattas Maurice und Pili, haben sich schon zu richtigen Besucherlieblingen entwickelt.
Im letzten Jahr hat es knapp 525.000 Gäste zu den Tieren in den Barnstorfer Wald gezogen, gut 20.000 mehr als im Vorjahr. Mit dem Darwineum sollen es noch mehr werden. Neue Parkflächen sollen dafür jedoch in absehbarer Zeit nicht gebaut werden, informiert Udo Nagel.
Als nächstes großes Projekt steht dann eine neue Anlage für die Eisbären an, so der Wunsch des Zoodirektors. Die jetzige Bärenburg stammt aus dem Jahr 1956.