Die Abrissarbeiten am historischen Zwiebelschuppen am Warnemünder Passagierkai haben begonnen. Die Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock (Hero) hat den Abbruch des Baudenkmals im letzten Jahr beantragt, um die Fläche für Verkehrs- und Logistikzwecke zu nutzen und so die Verkehrssicherungspflicht auf dem Hafengelände weiter gewährleisten zu können. „Die knapp bemessenen Hafenflächen am Passagierkai in Warnemünde reichen bei Mehrfachanläufen von in den letzten Jahren immer größer gewordenen Kreuzfahrtschiffen mit immer mehr Seereisenden an Bord für eine geordnete und sichere Betreibung nicht mehr aus“, erklärt Christian Hardt, Leiter Unternehmenskommunikation & Kreuzschifffahrt.
Untere und obere Denkmalbehörde haben dem Antrag auf Abbruch „schweren Herzens“ zugestimmt, wie Michaela Selling, Rostocks oberste Denkmalschützerin, im Januar dem Ortsbeirat erklärte, da es aufgrund der Verkehrssituation „zwingende Notwendigkeiten gibt, denen der Vorrang einzuräumen ist“.

Neben der von der Denkmalbehörde geforderten Dokumentation wird die Hero auf eigene Kosten ein drei Meter hohes und zwei Meter breites Fassadenelement des Bestandsfachwerks samt Ausfachung für Dokumentationszwecke anfertigen, erklärt Hardt. Dieses soll anschließend am Gehweg vor dem Warnemünde Cruise Center aufgestellt werden. Zusätzlich wird der Grundriss des Hafenschuppens nach dem Abbruch des Gebäudes mit einer Pflasterung aus rotem Betonstein kenntlich gemacht.
Alle Arbeiten sollen bis Mitte April abgeschlossen sein, parallel läuft auch die Erneuerung der Kaianlage am Liegeplatz P7 weiter. Am 28. April startet der Kreuzfahrthafen Rostock-Warnemünde mit dem Anlauf der „AIDAdiva“ in die Kreuzfahrtsaison 2016.