5. LichtKlangNacht 2011 mit Shakespeare, Salsa & Elfenstaub

Musik, Tanz, Artistik und Lichtinstallationen verwandeln die Nacht im IGA-Park in einen „Sommernachtstraum“

3. September 2011, von
Fliegende Elfe auf dem Traditionsschiff
Fliegende Elfe auf dem Traditionsschiff

Die Nacht war noch nicht vollständig über den IGA-Park hereingebrochen nach diesem angenehmen Spätsommertag, als das über 100 Hektar große Gelände von zahlreichen seltsamen Wesen bevölkert wurde. Feen und Kobolde huschten zwischen den Bäumen, über die Wiesen und am Wasser durch die milde Abenddämmerung. Über 1000 Besucher hatten ebenfalls den Weg nach Schmarl gefunden. Anwesend auch das Königspaar der Elfen Oberon und Titania. „Ein Sommernachtstraum“ erfüllt mit Musik, Tanz und bunten Farben begann. Die 5. Lichtklangnacht 2011 nahm ihren Lauf.

In diesem Jahr bestimmte Shakespeares wohl bekannteste und meist gespielte Komödie das Programm. „Ein Sommernachtstraum ist ja eine Komödie, die in einem Wald, in der Natur spielt und jedes Theater muss sich anstrengen, um solche Situation auf die Bühne zu bringen. Wir können aus dem Vollen schöpfen und in einem Ambiente arbeiten, wie es das Schauspiel auszeichnet“, erklärt Wolfgang Schmiedt, der für die Regie und Gesamtkonzeption der Lichtklangnacht zuständig ist.

Verwunschene Bäume
Verwunschene Bäume

Um den magischen Charakter des märchenhaften Waldes ins rechte Licht zu rücken, verteilte Lichtdesigner Henning Streck über 300 Scheinwerfer und Leuchtmittel zwischen Parkbühne und Warnow. Bäume, Wasserflächen, Brücken und andere Bauwerke hat er damit illuminiert und so ganze Parklandschaften verzaubert.

Viel zu wenig, fand Lichtkünstler Bertolomeos, der sich mit Installationen wie „Glühbirnenbaum“ oder „Die wehenden Tampen“ an der Lichtklangnacht beteiligte. Bei fast windstiller Nacht gelang es Letzteren jedoch leider nicht so recht, Zwiesprache miteinander zu halten.

Besonderer Aufmerksamkeit erfreuten sich seine „Fliegenden Hühnergötter“, wie er das Kunstobjekt selbst nannte. Als „Fischgräten“ wurde es auch oft von den Besuchern bezeichnet, die sich neugierig den unter Schwarzlicht fluoreszierenden gestreiften Federn näherten, die über einer Bank schwebten. Auch Johannes wurde fast magisch davon angezogen. Begeistert haben ihn auch die Feuershows an der Warnow, die von den Flugträumern auf dem Traditionsschiff und der „Feuer und Flamme Crew“ auf der Seebrücke gezeigt wurden.

Aber nicht nur Licht und Feuer konnten die Besucher der Lichtklangnacht 2011 bestaunen. Über 40 Akteure brachten sich an 15 Stationen mal mehr, mal weniger eng zu der literarischen Vorlage „Ein Sommernachtstraum“ ein.

Szenen aus dem Schauspiel selbst wurden gleich zweimal aufgeführt. Im Rhododendrenhain brachte das Hexenkessel Hoftheater Berlin die Zuschauer mit zwei Handwerkerszenen zum Lachen. Auch das Schauspielensemble des Volkstheaters Rostock hatte Szenen der Komödie vorbereitet.

Lichtklangnachtbesucher
Lichtklangnachtbesucher

Gleich an drei Orten war das Volkstheater auf der Lichtklangnacht vertreten. Im chinesischen Garten zeigte das Musiktheater Ausschnitte aus Henry Purcells Barockoper „The Fairy Queen“, dessen Handlung auf dem „Sommernachtstraum“ beruht. Im holländischen Garten präsentierte sich das Tanztheater von Bronislav Roznos.

Aber nicht nur hier wurde getanzt. Auch bei der Musik von Tumba-Chico und Tumba-Ito-Grande schwangen die Pärchen zu Salsaklängen ihre Hüften. Obwohl mit diesen lateinamerikanischen Rhythmen ein musikalischer Schwerpunkt der 5. Lichtklangnacht gesetzt wurde, reichte das Spektrum weiter über den Indi-Pop der bekannten Sängerin Bobo in White Wooden Houses bis zu den klassischen Klavierklängen des Piano-Duos Sarah und Susan Wang, bei denen auch Stücke aus Mendelssohn Bartholdys „Ein Sommernachtstraum“ zu hören waren.

„Viel zu viel Programm“, beklagte sich Annemarie Keller schmunzelnd. „Das schafft man ja alles gar nicht.“ Wohl war, denn gegen halb zwölf endete der „Sommernachtstraum“ im IGA-Park.

Aber heute gibt es um 19:30 Uhr noch einmal die Chance, die Lichtklangnacht 2011 im IGA-Park zu besuchen. Und für das nächste Jahr ist eine Neuauflage des Events geplant. Dann sollen „Zauberflöten“ die Besucher in den IGA-Park locken.

Fotos von der Lichtklangnacht 2011:

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