Historische Huftieranlage im Rostocker Zoo neu gestaltet
Antilopen haben ihr neues Gehege bezogen
15. Oktober 2010, von Stefanie
Housewarming-Party bei den Antilopen im Rostocker Zoo. Erst kürzlich haben fünf Litschi-Moorantilopen und drei Pferdeantilopen ihr neues Domizil bezogen. Nachdem die Handwerker nun ihr letztes Werkzeug eingesammelt und der Boden noch einmal frisch geharkt wurde, fand heute die feierliche Einweihung statt.
„Das alte Herz des Zoologischen Gartens Rostock schlägt wieder“, freute sich Zoodirektor Udo Nagel bei der Eröffnung. Denn die Antilopen, die eigentlich im Süden Afrikas beheimatet sind, werden nun auf der neu gestalteten historischen Huftieranlage leben.

Vor etwa 100 Jahren wurde an dieser Stelle bereits das Hirschhaus errichtet. Nach einjähriger Bauzeit erstrahlt es nun wieder im neuen Glanz. Die Form des denkmalgeschützten Geheges ist erhalten geblieben. Die Zäune wurden jedoch entfernt und durch Gräben ersetzt, um so den Eindruck einer natürlichen Abgrenzung zu schaffen. Von verschiedenen Seiten haben die Besucher freie Sicht auf die Tiere. Neu ist eine Beobachtungsplattform an zentral gelegener Stelle.
7000 qm umfasst das Gelände insgesamt. Neben dem alten Hirschhaus wurde noch ein weiteres Stallgebäude neu gebaut. Das 450 qm große Antilopenhaus passt sich optisch in das ockerfarbene Ensemble ein und bietet neben einem flexiblen Boxensystem auch genügend Platz für Heu, Geräte und Technik.

Aber auch im alten Hirschhaus wird es weiterhin munter zugehen. Hier werden demnächst die Grauhalskronenkraniche einziehen. In dem 90 qm großen Gebäude ist auch ein Tierpflegeraum untergebracht.
Damit aber nicht genug. Der Zoo plant die afrikanische WG um weitere Arten wie das Südliche Streifengnu zu vergrößern.
„Die neue Huftieranlage ist naturnaher Lebensraum für eine artgerechte Haltung von Antilopen“, erläuterte Udo Nagel. „Sie werden ihrer Biologie entsprechend in Gruppen mit einer natürlichen Gemeinschaftsgröße und Altersstruktur in Vergesellschaftung gehalten.“

Mit der Neugestaltung der historischen Huftieranlage ist ein modernes Gehege entstanden, das den europäischen Richtlinien zur artgerechten Tierhaltung entsprechen soll. Insgesamt wurden dafür 1,26 Millionen Euro ausgegeben. Das Wirtschaftsministerium des Landes hat davon 943.100 Euro übernommen.
Der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Dr. Stefan Rudolph gratulierte dem Zoo und betonte: „Der Rostocker Zoo ist einer der schönsten Ausflugsorte Mecklenburg-Vorpommerns, der auf einzigartige Weise lebendige Tradition und moderne Tierhaltung verbindet. Er ist jetzt um eine publikumswirksame Attraktion reicher.“

Nach der Modernisierung der Huftieranlage steht nun die Fertigstellung des Darwineums an. Die Vorbereitungen des bislang größten Zukunftsprojektes des Rostocker Zoos schreiten voran.
Vielleicht sind dann bei der Eröffnung auch wieder die Schüler der Universitas-Schule dabei. Sie unterhielten die Zoobesucher heute schon einmal mit lustigen Gedichten und fröhlichen Liedern während der Eröffnung der neu gestalteten historischen Huftieranlage.