An der Stromgrabenbrücke in Warnemünde wird derzeit eine Baustelle eingerichtet: Baustellenfahrzeuge und Absperrungen werden herangeschafft, eine Trauerweide musste weichen. Der 115 Jahre alte Durchlass der Warnow zwischen Altem Strom und Seekanal ist marode und soll saniert werden. Die alte Brücke wird durch einen Neubau ersetzt. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen für die über das Bauwerk führenden Straßen und den Schienenverkehr, die den Ortskern mit der Mittelmole verbinden.
Während der Straßenverkehr über eine Hilfsbrücke im Westen und eine Umfahrung über die angrenzende Kaimauer im Osten der Baustelle aufrechterhalten bleibt, wird der Bahnverkehr ab 1. Oktober ab der Haltestelle Warnemünder Werft komplett gesperrt. Der Bahnhof in Warnemünde wird dann voraussichtlich bis Ende April nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein.


Eine weitere logistische Baustelle sind Großveranstaltungen in Warnemünde während des Bauzeitraums. Insbesondere das Neujahrsevent „Warnemünder Turmleuchten“ lockt mit seinem Feuerwerk zehntausende Besucher unter den Warnemünder Leuchtturm. Heute gab es dazu erste Beratungsgespräche. Besonders vom Sicherheitskonzept hänge es ab, ob die Veranstaltung stattfinden kann oder abgesagt werden muss. Eine Entscheidung dazu wird Ende September erwartet.
Die Kosten für die Sanierung der Stromgrabenbrücke belaufen sich auf etwa 3,2 Millionen Euro, sagt Arvid Kämmerer von der Deutschen Bahn. 1,5 Millionen Euro übernimmt die Bahn für die drei Gleise, weitere 1,5 Millionen Euro steuert das Land für die beiden Straßen Am Bahnhof und Am Passagierkai bei. Das StaLu Mittleres Mecklenburg ist mit 200.000 Euro beteiligt.
Die Sanierung der Brücke ist der erste Schritt in einem komplexen Bauvorhaben auf der Mittelmole, das unter anderem die Verlegung des Warnemünder Bahnhofs nach Süden vorsieht. „Daher ist es wichtig, dass die Brücke so hergerichtet wird, dass auch für die volle Zuglänge der ICEs auf Bahnsteig 4 und die Kreuzfahrtzüge auf Bahngleis 6 ausreichend Platz ist“, beschreibt Arvid Kämmerer die Pläne. Der Personentunnel am Bahnhof wird dann nicht mehr benötigt.