In jeder Beziehung gibt es Fragen, die früher oder später gestellt werden müssen. Eine dieser Fragen hat Martin Mosebach in seinem neuen Roman zu einer Geschichte verarbeitet: „Wie war das eigentlich mit dir, bevor wir uns kannten?“
Die Lesung, die das Literaturhaus im Rahmen der Kempowski Tage veranstaltete, fand in der Universitätsbuchhandlung Weiland statt. Eine interessante Situation, wenn Mosebach von menschlichen Beziehungen liest, während im Regal nebenan Partnerschaftsberater und Lebenshilfebücher stehen.

Nicht umsonst sei das Buch zwar kontrovers, aber doch überwiegend positiv, in der Literaturkritik diskutiert worden.

Nach ungefähr 50 Minuten war die Lesung dann auch zu Ende, ein anschließendes Gespräch mit dem Literaturprofessor fand nicht mehr statt. Es gab auch keine Fragen aus dem Zuschauerbereich. Wahrscheinlich mussten die meisten Gäste das Gehörte erst einmal auf sich wirken lassen. Es gab viele Namen und Begebenheiten, nur die Liebe, die kam etwas kurz. Ob das im Buch anders ist, davon muss sich jeder selbst überzeugen.

Schwer zu sagen, ob das an den ausgewählten Textstellen lag, oder ob das Buch wirklich primär durch seine Sprachgewandtheit punktet.
Wer jedoch Beziehungstipps erwartet, der sollte zu einem der Ratgeber aus den Regalen greifen. Alle anderen sollten einfach mal in „Was davor geschah“ hineinlesen und sich selbst ein Urteil bilden.