
Einen Termin der diesjährigen Ostersaison durfte ich nämlich wirklich nicht versäumen. Die Taucher des Dive Centers der Yachthafenresidenz Hohe Düne hatten zum Ostertauchen eingeladen und man munkelte, dass sich der Osterhase auch hier noch einmal zeigen würde. Ein weiteres Mal also in diesem Jahr sollte ich dem Osterhasen begegnen. Ich freute mich und machte mich flugs „auf die Socken“.

Es war noch etwas kühl, hier an der See. Doch die freundlichen Herren boten mir einen wärmenden Kaffee in ihrem gemütlichen Aufenthaltsraum an. Dann erzählte man mir, dass es eigentlich keinen festen Plan für die Veranstaltung gäbe. Jeder, der wolle und tauchen könne, wäre dazu eingeladen, einfach vorbeizuschauen und auf dem Meeresboden rund um die Station nach den dort versteckten Ostereiern zu tauchen. Ich hatte bei einem Rundgang zuvor schon so etwas Helles und Rundes vom Grunde herauf blitzen sehen. Wo das war, durfte ich in diesem Moment freilich nicht erzählen. Sollten die Taucher doch schließlich noch etwas zu tun haben, dachte ich mir.
Es waren übrigens auch Taucherinnen vor Ort. Der abenteuerliche Sport, der ein einmaliges Naturerlebnis verspricht, lockt eben nicht nur männliche Artgenossen.
Voller Begeisterung verfolgte ich das weitere Geschehen. Allmählich stiefelte ein Taucher nach dem anderen in voller Montur aus der Umkleidekabine. Dann zogen sie sich ihre Taucherflossen an und postierten sich am Rand des Steges.
Brrrrrrr, für mich wäre das ja nichts gewesen. Die Wassertemperatur betrug ganze 3,1 °C. Bitterkalt war es also. Die Taucher aber sprangen voller Freude in die See. Ostereier haben sie wohl nicht gefunden. Jedenfalls habe ich keinen eines an Land bringen gesehen. Hm.
Wer übrigens selbst einmal die blauen und stillen Tiefen des Meeres im Zustand der Schwerelosigkeit erleben möchte, ist im DiveCenter der Yachthafenresidenz Hohe Düne bestens aufgehoben. Schon Kindern ab 8 Jahren werden dort umfangreiche Tauchausbildungen angeboten. Es gibt aber auch viele Spezialkurse. Beim sogenannten Schnuppertauchen können Interessierte erste Erfahrungen sammeln und herausfinden, ob diese Sportart etwas für sie ist. Überdies besteht dort die einmalige Gelegenheit, zusammen mit Robben und Seehunden zu schnorcheln. Ermöglicht wird dies durch die Zusammenarbeit des DiveCenters mit dem Marine Science Center, einem Robbenforschungszentrum der Universität Rostock. Es befindet sich ebenfalls im Yachthafen Hohe Düne.

Selbst irgendwie noch ein Kind, wusste ich sofort, dass ich diesen Augenblick unbedingt miterleben wollte. So stand ich dann um 12:30 Uhr inmitten der Kleinen und Kleinsten und wartete wie sie sehnsüchtig auf seinen großen Auftritt. Über 50 Kinder riefen schon mit all ihrer Kraft „OOOOOsterhaaaaase, OOOOOsterhaaaaase …!“. Doch sie mussten sich noch ein wenig gedulden. Endlich erschien ein Boot in weiter Ferne, auf dessen Bug eine Gestalt saß. Es war tatsächlich der Hase und die Aufregung vor Ort stieg. Er kam näher und näher, winkte zur Begrüßung, sprang dann aber plötzlich ins Wasser. Huch, und nun? Wieder verging eine Weile.

Dann verabschiedete sich der Osterhase, wie auch ich mich, von all der Osterjubeltrubel-Ei. Noch nie habe ich Ostern so viel erlebt wie dieses Jahr. Es war ein schönes Fest, das ich nun gedachte, in meinem trauten Heime besinnlich ausklingen zu lassen.