Nur Wasser und Sand - und man kann daraus erstaunliche Figuren kreieren. Das macht die Faszination der Bildhauerei mit Sand für Andrius Petkus aus. Der Litauer war gestern der erste Künstler am Pier 7, wo in den nächsten zwei Wochen zum fünften Mail die Warnemünder Sandwelt entsteht. Frisch aus Moskau war er eingeflogen, wo er bei der World Championship der Sandskulpteure den 1. Preis gewann und auch unter den Bildhauern selbst mit dem Sculpturer Choice Award geehrt wurde.
Gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter Othmar Schiffer-Belz nahm er seinen Sandhaufen schon einmal in Augenschein. Noch ist er unbearbeitet, unter Brettern versteckt, die den Sand festigen und in Form bringen. Aber schon ab heute wird er ihn gemeinsam mit der Niederländerin Susanne Ruseler in ein etwa drei Meter hohes Kunstwerk aus Sand verwandeln.
„Is coming“ heißt der Entwurf und thematisiert die Ankunft, die sich in das Motto der diesjährigen Warnemünder Sandwelt „Entdecker der Welt“ einreiht. „Es ist eigentlich egal, wer ankommt. Das ist immer eine Frage der Perspektive, ob es die Eingeborenen sind oder die Eindringlinge“, erklärt Andrius Petkus ihren Ansatz, den sie mit einem raffinierten dreidimensionalen Effekt veranschaulichen wollen. Mit allen möglichen Werkzeugen von Besteck bis zum Spaten werden sie dafür das zerbrechliche Material vorsichtig bearbeiten. „Schon bei einer kleinen falschen Berührung könnte die Arbeit zusammenfallen“, erläutert der Künstler das Risiko einer Sandskulptur, die anders als Stein, Metall oder Holz, nur für eine recht begrenzte Zeit existiert.
