Warnemünde: Ideen für die Zukunft des Seebads
Mit der Aktiv-Ausstellung „Warnemünde für alle – von allen!“ und mehreren Foren soll die Fortschreibung des Strukturkonzepts für Warnemünde und Hohe Düne diskutiert werden
6. September 2020, von Olaf
Wie soll sich Warnemünde in den nächsten 15 bis 20 Jahren entwickeln? Wie sollen sich Ortsbild, Verkehr, Wohnungsmarkt, Wirtschaft oder Tourismus verändern? Antworten auf diese und viele weitere Fragen soll die Fortschreibung des Strukturkonzepts Warnemünde geben. Es legt Ziele und Leitbilder für die künftige Entwicklung des Seebads fest.
Bereits 2011 entstand die erste Fassung des Strukturkonzepts, im Herbst 2015 beschloss die Bürgerschaft seine Fortschreibung. Zwei Jahre später geriet die Arbeit ins Stocken – Streit gab es vor allem um die Bebauung der Mittelmole. Nachdem Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen einen Neustart für das Filetstück ausrief, wird seit Anfang dieses Jahres wieder am Strukturkonzept Warnemünde gearbeitet.
Gestern wurde im Gemeindezentrum am Kirchenplatz Warnemünde eine Aktiv-Ausstellung zum Strukturkonzept eröffnet. Für Wolfgang Oehler vom beauftragten Büro für Stadt- und Regionalentwicklung (BSR) ist es der Auftakt zur Bürgerbeteiligung.
Im ersten Teil der Ausstellung stehen elf kleinteilige Quartiere mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen aus der vorangegangenen Arbeit, die aber noch nicht „in Beton gemeißelt“ sind, so Oehler.
Den zweiten Teil der Ausstellung bestimmen die sieben Handlungsfelder:
- Städtebau und Ortsbild (inkl. Mittelmole)
- Verkehr und Mobilität
- Wirtschaft und Gewerbe
- Tourismus und Kreuzschifffahrt
- Wohnen
- Infrastruktur
- Klima- und Umweltschutz
Hier gibt es einerseits Tafeln für Wünsche und Anregungen, andererseits erhält jeder Besucher der Ausstellung fünf Klebepunkte, mit denen er die ihm besonders wichtigen Ziele markieren kann.
Im dritten Teil der Ausstellung finden sich die Ideen, die von Einwohnern eingebracht wurden. Rund 30 Beiträge wurden im Vorfeld eingereicht. „Das war so viel, dass wir es kürzen mussten, um überhaupt alles aufhängen zu können“, sagt Anja Epper, Sachgebietsleiterin Bauvorhaben und Stadtgestaltung im Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Wirtschaft.
Bezahlbarer Wohnraum, zu viele Ferienwohnungen, Gehwege im schlechten Zustand, fehlende Radwege, ein autofreier Ortskern, kostenlose Toiletten, eine Schiffbegrüßungsstation, die Sanierung der Mühlenstraße und nicht zuletzt die Bebauung der Mittelmole – die Warnemünder haben zahlreiche Ideen und Wünsche für ihr Seebad.
Die Ausstellung kann bis zum 15. September täglich zwischen 14 und 19 Uhr im Gemeindezentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Warnemünde am Kirchenplatz 4 besucht werden. Die komplette Ausstellung ist auch online unter https://www.strukturkonzept-warnemuende.de/ verfügbar. Die Website soll nicht nur der Information, sondern auch der Diskussion dienen, erläutert Wolfgang Oehler und verspricht schnelle Antworten auf online gestellte Fragen.
Im Gemeindeszentrum sind in der nächsten Woche kleine Diskussionsrunden zu den sieben Handlungsfeldern geplant. In den Herbstferien (5. bis 10. Oktober) soll es mit Vertretern der Stadt mehrere Themenforen in der Ecolea-Schule geben. Alle Termine werden auf der Website bekanntgegeben.
Für die Entwicklung der Mittelmole wird es einen gesonderten Beteiligungsprozess geben, der im Herbst starten soll, erläutert Anja Epper. Trotzdem sind Planung und Ziele zur Bebauung der Mittelmole Bestandteil des Strukturkonzeptes, stellt Oehler klar.
Läuft alles wie geplant, soll die Fortschreibung des Strukturkonzepts Warnemünde im März 2021 in die Bürgerschaft gehen. Wird das überarbeitete Strukturkonzept dort beschlossen, hat es eine „Selbstbindungswirkung für Politik und Verwaltung“, so Oehler.