Sportler bangen um Vereinsheim auf der Mittelmole
Der Tauchsport- und der Kuttersegelclub Warnemünde sehen ihren Vereinsstandort durch den Funktionsplan Mittelmole bedroht
11. Mai 2016
„Gemeinsam mit dem Tauchsportclub Warnemünde und dem Warnemünder Anglerverein sehen wir unseren Vereinsstandort in Gefahr“, bringt Bastian Kohse vom Kuttersegelclub Warnemünde e.V. die Sorgen der Sportler zum Ausdruck. Seit ihrem Bestehen haben der Kuttersegelclub Warnemünde (KSC, 1956 gegründet) und der Tauchsportclub Warnemünde (TSCW, 1961 gegründet) ihren Vereinsstandort auf der Mittelmole, in der Straße „Am Bahnhof“ 15, am südöstlichen Ende des Alten Stroms.
Mit ihrem jetzigen Standort sind die Sportler sehr zufrieden. In Eigenleistung wurden in den letzten Jahren Räume, Dach und Außenanlagen des Vereinsgebäudes instand gesetzt und ein moderner Schulungsraum eingerichtet, doch seit die Mittelmole neu gestaltet werden soll, wächst die Verunsicherung, denn „im Strukturkonzept Mittelmole sind wir derzeit nicht vorgesehen“, so Kohse.
Vom Oberbürgermeister hätten sie zwar die Zusage bekommen, berücksichtig zu werden, doch bislang spiegelt sich das in keiner Planung wieder, kritisiert der 1. Vorsitzende des Kuttersegelclubs. Aktuell ist an ihrem Domizil ein Uferpark vorgesehen. Bislang hatten sie vom städtischen Eigenbetrieb KOE (Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung Rostock) stets langfristige Mietverträge erhalten, erläutert Bastian Kohse, jetzt gibt es diese nur noch mit jeweils einem Jahr Laufzeit.
Dabei biete der Standort am Südende des Alten Stroms beste Möglichkeiten, erläutert der Segler, da die Boote direkt vor Ort sind und es ausreichend Lagerflächen für Optimisten, Segel und Masten gibt, sodass die Wege zu den Booten kurz sind. „Wir sehen derzeit keinerlei Alternativen zu diesem Standort“, stellt der Vereinsvorsitzende klar.
„Auch wir finden hier ausgezeichnete Bedingungen vor“, bestätigt Joachim Bonin, 1. Vorsitzender des Tauchsportclubs Warnemünde e.V. Ihr Tauchboot „Koralle“ liegt direkt vor dem historischen Badehaus und kann dort ideal be- und entladen werden, so Bonin. Zudem gebe es eine kurze Revierfahrt zum Tauchgebiet in der Ostsee. „Wir können uns nicht vorstellen, dass wir aus Warnemünde wegziehen müssen“, bekräftigt auch der Vereinsvorsitzende der Taucher, „dann wäre unser Club am Ende“.
Zusammen wollen die Vereine die Bürgerschaft dazu bewegen, den Vereinssitz „Am Bahnhof 15“ zu erhalten. Gern würden sie das Gebäude sogar zu einem Maritimen Wassersportzentrum ausbauen und vielleicht das lang gewünschte Warnemünder Begegnungszentrum integrieren. Raumbedarf gibt es auch von anderen Vereinen, etwa dem Warnemünder Anglerverein, wie dessen Vorsitzender Jens Uhlig bestätigt. Sie sind mit ihren Räumen vor Jahren vom Weiden- in den Wiesenweg umgezogen, müssen dort jedoch immer noch provisorisch ohne Wasser und Strom auskommen. Vereinsräume am Alten Strom, wo sich auch die Bootsliegeplätze der Angler befinden, wären ideal, so Uhlig.
Unterstützung bekommen die Vereine vom Strukturausschuss des Warnemünder Ortsbeirats, der das Thema in die Fortschreibung des Strukturkonzeptes Warnemünde aufnehmen will, erklärt dessen Vorsitzender Dr. Werner Fischer.
Sowohl Tauchsport- als auch Kuttersegelclub sind fest in Warnemünde verankert. So richtet der Kuttersegelclub u.a. den Kutter-Cup auf der Warnemünder Woche aus und bereitet zusammen mit der Ecolea-Schule Schulsegeln als Unterrichtsfach vor. Der Tauchsportclub bietet Ausfahrten für Urlauber an und organisiert neben dem Warnemünder Schatzkistentauchen das jährliche Weihnachtstauchen im Alten Strom.