Compagnie de Comédie zeigt den gestiefelten Kater
Weihnachtsmusical nach dem Märchen der Gebrüder Grimm an der Bühne 602
15. November 2012, von Andre
Ein Kater macht Theater im diesjährigen Weihnachtsmärchen der Compagnie de Comédie. Erzählt wird die alte Geschichte des gestiefelten Katers nach dem Märchen der Gebrüder Grimm. Die klassische Handlung wird dabei wie immer mit vielen Witzen, verrückten Figuren und ganz viel Gesang aufgepeppt.
Nach dem Tod des Vaters verteilen die drei Söhne das Erbe. Einer bekommt die Mühle, einer den Esel und einer muss sich mit der Katze begnügen. Doch wie sie sich schnell herausstellt, handelt es um kein gewöhnliches Haustier: „Du kannst ja sprechen“, stellt der Sohn überrascht fest, worauf der Kater nur schnippisch antwortet: „Aber sprechen kann doch jedes Kind!“
Als Dankeschön für ein Paar schöne rote Stiefel verhilft er seinem Herrchen zu Ruhm und Ehre. So wird aus dem einfachen Müllersohn der Graf Von und Zu und Auf und Aus, der echte Chancen auf das Herz der Königstochter hat. Schließlich ist es nicht wichtig, was man trägt oder aus welchen Verhältnissen man kommt, sondern wer man ist und was man daraus macht.

Besonders gelungen sind die farbenfroh getuschten Kulissen. Zum Erstaunen der jungen Premierengäste in der Bühne 602 änderte sich das Bühnenbild blitzschnell. Eben noch waren wir in der guten Stube, schon sind wir im Palast und kurz darauf sind wir auch schon wieder auf dem freien Feld. Nicht nur die Hintergründe wechseln ständig, auch drei der vier Schauspieler schlüpfen immer wieder in verschiedene Rollen.
Nur Fabian Ranglack als charmanter Kater mit rotem Federhut, Brusthaartoupet und schwarzer Felljacke darf in seinem Kostüm bleiben. Dürten Thielk ist mal die königliche Wache und kurze Zeit später ein einfacher Fischer, Georg Haufler schafft den rasanten Aufstieg vom trauernden Sohn zum König und Sven Lange darf in die Haut des falschen Grafen schlüpfen. Das kann kurzzeitig zur Verwirrung führen, durch die einzigartigen Kostüme ist aber meist schnell klar, dass wir es gerade mit einer neuen Rolle zu tun haben.
Stammgäste werden einige Elemente aus dem letzten Jahr wiedererkannt haben. So wird nicht nur viel gesungen, sondern am Ende auch gerappt und ganz zum Schluss darf auch der Weihnachtsbezug nicht fehlen, der leider etwas deplatziert wirkt – es ist zwar das Weihnachtsstück, hat inhaltlich aber nichts damit zu tun.
Doch ist das nur eine Kleinigkeit. Insgesamt kann man mit dem gestiefelten Kater wieder einen sehr vergnüglichen Theaterbesuch erleben. Reichlich Gelegenheit gibt es ja dazu, wird das Stück doch bis Ende Dezember fast 50 Mal aufgeführt. Es dauert also noch eine Weile, bis der Kater seine Stiefel an den Nagel hängt.
Fotos: Compagnie de Comédie