
Auf dem Gelände entsteht das Darwineum, eine Erweiterung des Rostocker Zoos, in dem die Menschenaffen artgerecht untergebracht werden sollen. Eingebettet ist ihre neue Unterkunft in eine zoologische und museale Ausstellung, die die Evolution unserer Erde nach der Theorie des britischen Naturwissenschaftlers Charles Darwin erlebbar machen soll.
Gestern nahm Zoodirektor Udo Nagel zum Stand der aktuellen Baumaßnahmen Stellung. Anlass war die in den Medien laut gewordene Kritik Rostocker Laufsportler, die dem Zoo Gigantismus und Zerstörung von Erholungsgebieten vorgeworfen hatten.
Es geht um eine Fläche westlich des Rostocker Zoos, auf dem sich bisher das eingezäunte Lagergelände des Zoos befand sowie um ein Waldgebiet, durch das rund 3.200 Meter Laufstrecke führen. Mit Beginn der Baumaßnahmen wurde das Areal, auf dem sich zukünftig das Darwineum befinden soll, eingezäunt. Dadurch verschwanden 200 Meter Hauptweg und 200 Meter einer Nebenstrecke.

Der Zoo hat nämlich seit 1994 ein Erbbaurecht für dieses Gebiet. Da es der Zoo bislang nicht benötigte, hat er auf eine komplette Einzäunung verzichtet und es so für andere Nutzer offen gelassen. Im Zuge der Neugestaltung wird es eine andere Wegführung geben. „Die Zäune werden so gesetzt, dass man daran entlang laufen kann“, kündigt der Zoodirektor an.
Überlegungen zu anderen Standorten seien bei der Planung aus organisatorischen und hygienischen Gründen verworfen worden, da man den Zoo als Einheit erhalten möchte. Lösungen, die eine Brücke oder einen Tunnel vorsehen, seien zu teuer.

Die Stadt unterstützt den Zoo in diesem und im nächsten Jahr mit zusätzlichen 470 000 Euro für Begleitmaßnahmen, die nicht in dem Förderprojekt enthalten sind. Damit werden die Verlängerung des Zaunes, Futter, Energie und Personal bezahlt.

Udo Nagel signalisierte in dem Gespräch mehrmals Diskussionbereitschaft, um die bestehenden Konflikte zu lösen und nach Kompromissen zu suchen. Für die nächsten Wochen ist dazu ein Termin mit Rostocker Sportvereinen geplant.
Bild 4: Zoo Rostock