2011 wurde von der UNESCO zum internationalen Jahr des Waldes ausgerufen. Auch in Rostock erhitzt das Thema Wald derzeit die Gemüter. In unserer Hansestadt ist es der Barnstorfer Wald, um dessen zukünftige Nutzung heftig gestritten wird.
Auf 40.000 Quadratmetern soll hier das Darwineum entstehen, eine Erweiterung des Rostocker Zoos, in dem unter anderem die Menschenaffen artgerecht untergebracht werden sollen.
Bereits Ende des letzten Jahres begannen die Vorbereitungen für den Baustart, der für das kommende Frühjahr geplant ist. Zäune wurden aufgestellt und Bäume gerodet. Anwohner, Sportler und Spaziergänger sehen sich seither mit Einschränkungen konfrontiert, die sie nicht hinnehmen wollen.
Gestern versammelten sich etwa 100 Gegner des Zoo-Projektes, um sich vor Ort ein Bild von der Baustelle im Barnstorfer Wald zu machen. Denn viele von ihnen fühlen sich durch den Zoo, die Politik und die Medien nicht angemessen informiert.
So war Arne Welenz, Initiator der Aktion, ursprünglich davon ausgegangen, dass das neue Menschenaffenhaus auf dem bisherigen Gelände des Zoos gebaut wird. „Wären die 1,1 Millionen Euro für ‚Schaffen für die Affen‘ gespendet worden, wenn die Bürger gewusst hätten, dass dieser Teil des Barnstorfer Waldes dafür benutzt wird?“, stellt er als Frage in den Raum.


Der Einwand, dass dies deshalb erfolgt sei, um die Rodung weiterer Bäume zu verhindern, konnte die mehrheitlich anwesenden Gegner des Projektes kaum überzeugen.

Für Kompromissvorschläge waren zahlreiche der anwesenden Gegner jedoch nicht zu haben. Sie forderten einen sofortigen Baustopp.

Auch was die Finanzierung des Zoo-Projektes angeht, wurde der verantwortungsvolle Umgang mit öffentlichen Mitteln seitens politischer Entscheidungsträger der Stadt und des Landes infrage gestellt.
„Wir haben hier eine unsichere Finanzierung, bei der noch nicht alle Gesichtspunkte erörtert wurden“, äußert Werner Garlipp seine Bedenken.

„Die Stadt ist zu fast 100 Prozent Gesellschafterin des Zoos. Das heißt, das finanzielle Desaster bekommt die Stadt, der Bürger am Ende ab“, befürchtet ein weiterer Gegner.
Viele offene Fragen und noch mehr Skepsis wurden bei den Teilnehmern der Ortsbesichtigung deutlich. Dennoch betonten viele ausdrücklich, dass sie zwar Gegner des Projektes, nicht aber des Zoos seien.
Der Zoo hat bereits auf das Informationsbedürfnis interessierter Bürger reagiert. So will er unter anderem Baustellenführungen und Themenabende anbieten. Auch ein Modell soll erstmals präsentiert werden. Zwischen den Sportlern und dem Zoo wird es am 21. Januar eine weitere Gesprächsrunde geben.