
Dazu gehörten unter anderem die Einrichtung einer Baustraße, das Einzäunen des neuen 9 ha großen Geländes und die Auslichtung einer 1 ha großen Fläche. Wie viele Bäume insgesamt gefällt wurden, konnte Zoodirektor Udo Nagel heute nicht beziffern. „Es bleiben Bäume stehen! Der Waldboden wird hier nicht versiegelt“, entgegnete er den in der Öffentlichkeit laut gewordenen Vorwürfen des Kahlschlags und der Zubetonierung. „Wir legen ein neues Biotop an durch die Wassergräben. Wir machen Sumpfpflanzungen und werden zusätzlich Sträucher anlegen“, beschreibt er die geplante landschaftliche Gestaltung der Außenanlagen des Darwineums.

Derzeit laufen die Genehmigungsverfahren für einen neuen Zaunverlauf. Durch die zurückgesetzten Zäune wird sich die Fläche um geschätzte 1 bis 1,5 ha verkleinern. Ein Mindestabstand von 60 bis 100 Metern zwischen äußerer Begrenzung und Gehegen sei aber für die Sicherheit der Tiere und Besucher unerlässlich, so Udo Nagel.

Auch zum Thema Erbbaurecht äußerte sich der Zoo-Chef. 1994 wurde es dem Rostocker Zoo für 56 ha im insgesamt 106 ha großen Barnstorfer Wald zugesprochen. Im Zuge des augenscheinlich gewordenen Fortschrittes beim Bau des Darwineums gab es Forderungen das Erbbaurecht für die verbleibenden etwa 9 ha dem Zoo wieder zu entziehen. Dazu meint Udo Nagel: „Wenn die Bürger der Stadt und die Gesellschafter des Zoos das so wollen, dann werden wir diesen Teil des Geländes wieder zurückgeben und es aus der Erbbaupacht herauslösen.“
Er betonte, dass der Zoo nicht im Wege stehen, sondern einen Konsens wolle. „Aber wir möchten natürlich auch, dass man unser Anliegen wahrnimmt und den Einsatz für unsere Tiere, Mitarbeiter und für ein Highlight, das Arbeitsplätze sichern und schaffen soll, berücksichtigt.“
„Wir werden für die nächsten zehn bis 15 Jahre die vorhandenen Arbeitskräfte im Zoo sichern“, ergänzte Falk Petersen vom Betriebsrat des Zoos. Zoodirektor Udo Nagel garantiert darüber hinaus mit der Erweiterung durch das Darwineum fünf weitere feste Arbeitsplätze, vielleicht auch zehn und in der Saison 20 bis 25 zusätzliche Kräfte.
In der Vergangenheit sind einige Mitarbeiter wegen des umstrittenen Zooprojektes bereits bedroht worden. Auch zunehmenden Vandalismus hat der Rostocker Tierpark zu ertragen. „Wir bitten diejenigen, die nicht für das Darwineum sind, sich in ihrer Aggressivität zurückzunehmen“, appellierte deshalb Udo Nagel.

Ab Mai soll dann eine Web-Cam eingerichtet werden, mit der Internetnutzer die Baufortschritte beobachten können.
Schon am kommenden Samstag den 12. März lädt der Zoo alle interessierten Bürger zu einer kostenlosen Baufeldbesichtigung ein. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Zooeingang Barnstorfer Ring.
Auch später am 19. und 26. März sowie am 3. und 20. April wird es dieses Angebot noch geben, dann allerdings gegen einen kleinen Obolus.