Grundsteinlegung für das Darwineum

Bau der Tropenhalle für die Menschenaffen im Rostocker Zoo schreitet voran

3. August 2011, von
Darwineum-Kritiker und Zoomitarbeiter im Gespräch
Darwineum-Kritiker und Zoomitarbeiter im Gespräch

Ob man in hundert oder zweihundert Jahren noch USB-Sticks lesen kann? Einer kam heute jedenfalls in die Schatulle, die am Vormittag anlässlich der Grundsteinlegung für die Tropenhalle des Darwineums eingemauert wurde. Sollte sie in der Zukunft geöffnet werden, dann geben aber auch noch Tageszeitung, Münzen, Baupläne sowie Haare und Federn Auskunft über die Entstehung dieses Bauwerkes im Zoo Rostock, das nicht ganz unumstritten war.

So war unter den rund 250 geladenen Gästen und Zoobesuchern, die sich an der Baustelle im Barnstorfer Wald versammelten, auch der eine oder andere Kritiker des Darwineums zu finden.

Auf der Darwineumbausstelle wird die Katusche zur Grundsteinlegung gelötet
Auf der Darwineumbausstelle wird die Katusche zur Grundsteinlegung gelötet

Kernstück des Darwineums, das neben den Menschenaffen noch rund 40 weitere Tierarten beherbergen soll, ist die Tropenhalle. „Mit der interaktiven Ausstellung über die Evolution und dem Tagungszentrum wird sie den schönen Rostocker Zoo noch attraktiver machen und noch mehr Besucher aus dem In- und Ausland anziehen“, ist sich Erwin Sellering sicher.

Ausgestattet mit Bauhelm und Maurerkelle war der Ministerpräsident fürs Mörteln bei der Grundsteinlegung im Rahmen des 1. Landeszootages zuständig. Oberbürgermeister Roland Methling unterstützte ihn bei diesem feierlichen Akt, der einen wichtigen Meilenstein bei der Errichtung eines Bauwerkes markiert.

Erwin Sellering und Roland Methling legen den Grundstein
Erwin Sellering und Roland Methling legen den Grundstein

Allerdings fast schon zu spät, denn die Fundamentarbeiten befinden sich in der Endphase. Rund 4.100 Kubikmeter Beton werden derzeit dafür als bauliche Grundlage vergossen. Gemeinsam mit einer darauf bereits aufgestellten Wand lassen sich die späteren Ausmaße der Gebäude schon erahnen.

Das Darwineum nimmt langsam Gestalt an. Noch in diesem Jahr soll das Richtfest für die Tropenhalle und die beiden Ausstellungskomplexe begangen werden. Rund 60 Bauarbeiter der unterschiedlichsten Gewerke sind täglich auf der Baustelle beschäftigt.

Zoo-Marketingleiterin Danielle Zimmermann, Zoodirektor Udo Nagel, Oberbürgermeister Roland Methling und Ministerpräsident Erwin Sellering bei der Versteigerung
Zoo-Marketingleiterin Danielle Zimmermann, Zoodirektor Udo Nagel, Oberbürgermeister Roland Methling und Ministerpräsident Erwin Sellering bei der Versteigerung

Das Besondere an dem Bau ist das Folienkissendach, das für natürliche Lichtverhältnisse in der Tropenhalle sorgt, lässt es doch bis zu 98 Prozent des Tageslichts in das Innere dringen. Die Dächer der beiden Ausstellungskomplexe sollen mit einer 90 Zentimeter dicken Grünschicht abgedeckt sowie mit Bambus und Gewächsen bepflanzt werden. Ungewöhnlich sind auch die fehlenden Grundplatten in der Tropenhalle. Auf normaler Bodenerde sollen sich die Gorillas und Orang-Utans hier später bewegen können.

Auch im Außenbereich des Darwineums schreiten die Arbeiten voran: Wassergräben werden auf Wasseroberflächenniveau geschoben und die Besucherwege zum Ausbau vorbereitet. Später soll hier ein neues Biotop mit 400 Meter langen Wassergräben und Sumpfzonen entstehen.

Der Honorarkonsul der Republik Island Detlef Thomaneck (links) kann sich über das Bild von Olaf Rammelt freuen, in der Mitte die Schwester des Malers, Schauspielerin Annekathrin Bürger
Der Honorarkonsul der Republik Island Detlef Thomaneck (links) kann sich über das Bild von Olaf Rammelt freuen, in der Mitte die Schwester des Malers, Schauspielerin Annekathrin Bürger

Mit rund 28 Millionen Euro ist das Projekt Darwineum derzeit veranschlagt. Knapp 23 Millionen schießt das Wirtschaftsministerium aus einem europäischen Programm zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur zu. Etwa eine Million Euro stammt aus der Spendenaktion „Schaffen für die Affen“.

Zur Grundsteinlegung wurde das Budget noch einmal um 470 Euro erweitert. Diese Summe wurde bei der Versteigerung eines Ölgemäldes des Dessauer Künstlers Olaf Rammelt gesammelt. Anlässlich einer Ausstellung in Rostock hatte er dem Zoo das Familienporträt der drei Rostocker Orang-Utans geschenkt.

Schon im nächsten Sommer sollen die Besucher des Rostocker Zoos Sunda, Edje und Nesthäkchen Sabas sowie Gorilla Assumbo und weitere Tiere im Darwineum erleben können.

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