
Im Zeltkomplex zwischen Max-Eyth- und Werftstraße herrscht jedoch noch Baustellenatmosphäre. Kabel, Baumaterialien und Werkzeug liegen hier und da herum, Wege müssen noch verlegt und die Sanitäranlagen installiert werden.

Seit einigen Tagen laufen im Theaterzelt die Proben für die neuen Stücke, die hier ab dem Wochenende aufgeführt werden sollen. Gestern durften interessierte Besucher an der Einführungsveranstaltung für „1st Dancework with Orchestra“ teilnehmen und die Probe für die erste Uraufführung der Spielzeit 2011/2012 besuchen.


„Es ist natürlich etwas ganz anderes als im Großen Haus. Man hört Geräusche von draußen, an die man sich erst mal gewöhnen muss“, weist Tontechniker Michael Martin auf eine Besonderheit der dünnwandigen Spielstätte hin, die nicht unweit einer S-Bahn-Haltestelle errichtet wurde.
Am Freitag hat sie den ersten richtigen Besuchertest zu bestehen. Für die erste Vorstellung im Theaterzelt steht „Effi Briest“ auf dem Programm. Ein Stück, das schon in der letzten Spielzeit unter besonderen Umständen Premiere feierte.
Wer sich außerhalb einer Vorstellung einen Eindruck von der neuen Spielstätte des Volkstheaters machen möchte, hat am Sonntag beim „Tag des offenen Theaterzeltes“ dazu Gelegenheit. Von 11 bis 13 Uhr werden Künstler aller vier Sparten Ausschnitte aus Stücken der aktuellen Spielzeit im Foyerzelt und im großen Zelt präsentieren. Auch aus „La Bohème“, der ersten Musiktheaterpremiere, werden schon kleine Kostproben zu erleben sein.
Und ab wann steht das Große Haus wieder für Aufführungen zur Verfügung? „Voraussichtlich nicht mehr in dieser Spielzeit. Unsere erste Veranstaltung haben wir mit der nächsten Spielzeit, ungefähr in einem Jahr“, verkündet Intendant Peter Leonard. Schon ab Februar sollen die Künstler und Gewerke jedoch die Räumlichkeiten des Großen Hauses für Proben nutzen können. „Wir proben im Moment in verschiedenen Räumen in der ganzen Stadt, in Schulen, im Festsaal des Rathauses, sogar im Polizeipräsidium“, berichtet der Intendant vom anhaltenden Ausnahmezustand beim Rostocker Volkstheater.